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KI-Content – mehr Schein als Sein oder der Gamechanger für Deine Kommunikation?

  • Autorenbild: Manuela Späth
    Manuela Späth
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Bevor wir uns dieser Frage widmen, eins vorweg:

Nein.

Ich werde die Künstliche Intelligenz in diesem Artikel nicht verteufeln.

Zumindest nicht länger als unbedingt nötig.

Die Zeiten, in denen man ernsthaft darüber diskutieren konnte, ob KI nur ein kurzfristiger Hype ist, sind vorbei.

KI ist gekommen, um zu bleiben.

Und ganz ehrlich?

Das ist auch gut so.

Denn richtig eingesetzt kann sie Unternehmen enorm entlasten, Prozesse beschleunigen und dabei helfen, schneller zu besseren Ergebnissen zu kommen.


Trotzdem werde ich regelmäßig gefragt:


"Hast Du keine Angst, dass KI Texter, Copywriter und Content Creator überflüssig macht?"


Meine Antwort darauf lautet nach wie vor:

Nein.

Allerdings aus anderen Gründen als noch vor ein paar Jahren.

Denn die eigentliche Frage lautet heute nicht mehr:

"Kann KI Texte schreiben?"

Natürlich kann sie das.

Die spannendere Frage ist:

"Kann KI Menschen verstehen?"

Und genau hier wird es interessant.



KI kann heute deutlich mehr als Texte schreiben


Wer heute noch glaubt, Künstliche Intelligenz sei lediglich ein Werkzeug zum Verfassen von Blogartikeln oder Social-Media-Beiträgen, unterschätzt die Entwicklung der letzten Jahre gewaltig.


Moderne KI-Systeme können heute unter anderem:

  • Texte schreiben

  • Bilder erstellen

  • Videos bearbeiten

  • Daten analysieren

  • Präsentationen vorbereiten

  • Prozesse automatisieren

  • Kundenanfragen vorsortieren

  • Ideen entwickeln

  • Informationen strukturieren

  • Wissen zugänglich machen


In vielen Unternehmen übernimmt KI inzwischen Aufgaben, für die früher mehrere verschiedene Tools oder sogar ganze Abteilungen notwendig waren.

Das verändert die Arbeitswelt.

Auch meine.

Und das ist vollkommen in Ordnung.

Fortschritt war noch nie aufzuhalten.

Die spannende Frage lautet deshalb nicht, ob wir KI nutzen sollten.

Sondern wie.



Die größte Stärke der KI wird oft falsch verstanden


Viele Menschen betrachten KI als Ersatz.

Ich betrachte sie eher als Verstärker.

Sie macht gute Ideen schneller.

Sie macht Prozesse effizienter.

Sie macht Wissen leichter zugänglich.

Was sie nicht automatisch macht:

Gute Entscheidungen treffen.

Denn jede KI arbeitet mit Informationen.

Sie verarbeitet Daten.

Muster.

Wahrscheinlichkeiten.

Kontexte.

Doch sie erlebt nichts.

Sie beobachtet keine Menschen.

Sie sitzt nicht mit Geschäftsführern am Tisch.

Sie besucht keine Unternehmen.

Sie führt keine Gespräche mit Mitarbeitern.

Sie erkennt keine Spannungen zwischen Teams.

Sie spürt keine Unsicherheiten.

Und genau dort beginnt der Bereich, in dem Kommunikation interessant wird.



Warum die besten Prompts oft nicht das eigentliche Problem lösen


Viele Unternehmen beschäftigen sich heute intensiv mit Prompting.


Also mit der Frage:

"Wie formuliere ich meine Anfrage möglichst präzise?"

Das ist wichtig.

Aber es löst nur einen Teil des Problems.

Denn ein perfekter Prompt kann nur auf Informationen zugreifen, die vorhanden sind.

Wenn die Grundlagen fehlen, hilft auch der beste Prompt nicht weiter.


Die KI weiß nicht:

  • warum Kunden abspringen

  • weshalb Anfragen ausbleiben

  • warum die Website nicht funktioniert

  • welche Stärken im Unternehmen ungenutzt bleiben

  • welche Alleinstellungsmerkmale überhaupt existieren


Sie kann diese Informationen nur verarbeiten, wenn sie jemand vorher erkannt hat.

Und genau deshalb beginnt gute Kommunikation nicht beim Schreiben.

Sie beginnt beim Verstehen.



Was KI heute wirklich hervorragend kann


Jetzt kommt der Teil, den viele klassische Texter ungern hören.

Es gibt Aufgaben, die KI inzwischen verdammt gut erledigt.


Zum Beispiel:


Recherche

Statt stundenlang Informationen zusammenzutragen, lassen sich erste Übersichten heute innerhalb weniger Minuten erstellen.


Ideenfindung

KI eignet sich hervorragend als kreativer Sparringspartner.

Sie liefert Perspektiven, Ansätze und Denkimpulse, auf die man selbst möglicherweise nicht gekommen wäre.


Strukturierung

Gliederungen, Content-Pläne, Themencluster oder Redaktionspläne lassen sich deutlich schneller entwickeln.


Variantenbildung

Überschriften, Betreffzeilen, Anzeigen oder Social-Media-Captions können in kurzer Zeit in mehreren Versionen erstellt werden.


Wissensmanagement

Unternehmen können ihr Wissen heute in KI-Systemen verfügbar machen und Mitarbeitern dadurch Informationen schneller zugänglich machen.

Das spart enorme Mengen Zeit.



Wo Unternehmen heute das größte Potenzial verschenken


Die meisten Unternehmen nutzen KI aktuell wie einen besonders schnellen Praktikanten.

Sie lassen Texte schreiben.

Social-Media-Beiträge erstellen.

Newsletter formulieren.

Das funktioniert.

Greift aber oft zu kurz.

Das eigentliche Potenzial liegt häufig in KI-gestützten Prozessen und Workflows.


Zum Beispiel:

  • automatisierte Informationsaufbereitung

  • Wissensdatenbanken

  • interne Assistenten

  • wiederkehrende Kommunikationsprozesse

  • Analyse großer Datenmengen

  • Unterstützung bei Entscheidungsprozessen


Genau dort entstehen oft die größten Zeitgewinne.

Nicht beim Schreiben eines einzelnen Instagram-Posts.



Warum Menschen trotzdem unverzichtbar bleiben


Jetzt kommen wir zum Punkt, der für mich persönlich am spannendsten ist.

Menschen kaufen selten wegen eines perfekten Satzes.

Menschen kaufen, weil sie Vertrauen haben.

Weil sie sich verstanden fühlen.

Weil etwas emotional Sinn ergibt.

Weil eine Geschichte hängen bleibt.

Weil eine Marke glaubwürdig wirkt.

Eine KI kann Informationen verarbeiten.

Ein Mensch erkennt Zusammenhänge.

Eine KI kann Texte formulieren.

Ein Mensch erkennt Potenziale.

Eine KI kann Antworten geben.

Ein Mensch stellt die richtigen Fragen.

Und genau deshalb hat sich mein Beruf in den vergangenen Jahren verändert.

Ich sehe mich heute deutlich weniger als klassische Texterin.

Texte sind lediglich das Werkzeug.

Die eigentliche Aufgabe besteht darin, Menschen, Unternehmen und Potenziale zu verstehen und daraus Kommunikation abzuleiten.

Genau dort stößt KI aktuell noch an ihre Grenzen.



KI und Markenidentität


Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt.

KI kennt Deine Marke nicht automatisch.

Sie kennt Deine Werte nicht.

Sie kennt Deine Unternehmenskultur nicht.

Sie kennt Deine Mitarbeiter nicht.

Sie kennt Deine Geschichte nicht.

Sie kennt Deine Gäste nicht.

Sie kennt Deine Kunden nicht.

Zumindest nicht so, wie Du sie kennst.

Deshalb entstehen die besten Ergebnisse fast immer dann, wenn menschliche Erfahrung und KI sinnvoll zusammenarbeiten.

Nicht gegeneinander.

Sondern miteinander.



Die größten Fehler beim Einsatz von KI


Einige Fehler sehe ich aktuell immer wieder:

  • Inhalte ungeprüft übernehmen

  • Fakten nicht kontrollieren

  • Unternehmenswissen nicht einfließen lassen

  • KI mit Strategie verwechseln

  • individuelle Besonderheiten ignorieren

  • jede Kommunikation gleich klingen lassen


KI kann hervorragende Entwürfe liefern.

Die Verantwortung für die Inhalte bleibt trotzdem beim Menschen.

Immer.



Fazit

KI ist weder Heilsbringer noch Untergang des Abendlandes.

Sie ist ein Werkzeug.

Ein sehr mächtiges Werkzeug.

Richtig eingesetzt spart sie Zeit, liefert neue Impulse und eröffnet Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Wer jedoch glaubt, Kommunikation bestehe lediglich aus aneinandergereihten Wörtern, wird von den Ergebnissen oft enttäuscht sein.

Denn gute Kommunikation entsteht nicht durch Texte.

Sie entsteht durch Verständnis.

Für Menschen.

Für Unternehmen.

Für Potenziale.

Und genau deshalb ist die spannendste Frage heute nicht mehr:

"Kann KI schreiben?"

Sondern:

"Wer erkennt eigentlich, was wirklich gesagt werden muss?"

 
 
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